Terminvereinbarung und Wartezeit

Ich hatte heute einen Termin und war pünktlich dort. Die Türe wurde mir kommentarlos geöffnet, damit ich mich ins Wartezimmer setzen konnte. Und dann wartete ich und wartete und wartete. Glücklicherweise hatte ich ein Buch mit und konnte ein bisschen lesen. Doch nach 20min wurde es mir zu viel und ich ging. Eine so große Verspätung finde ich bei vereinbarten Terminen zu heftig.

Gut, ich bin selbst nicht immer ganz pünktlich – doch wenn in in meiner Praxis Termine vereinbart habe, dann halte ich mich auch daran. Meine Kundinnen kaufen neben meiner Leistung auch eine bestimmte Zeitspanne bei mir. Und die steht ihnen selbstverständlich ungekürzt zur Verfügung. Selbst eine Verlängerung nach hinten wäre im Sinne einer vernünftigen Zeitplanung für alle Beteiligten eine Zumutung.

Bin ich selbst in der Rolle der Kundin und komme zu spät, geht das von meiner Zeit ab. Manchmal denke ich, noch einige Sachen erledigen zu können und sehe dann zu spät, wie lange ich dafür benötigt habe. Ich rufe dann jedoch immer an und kündige meine Verspätung (max 5min) an, damit der Supervisor die Zeit für sich noch sinnvoll nutzen kann.

 

Wie geht es Ihnen mit Wartezeiten?

Wo liegt Ihre Toleranzschwelle?

 

Sicher kennen auch Sie unzählige Situationen, in denen für Sie eine Wartezeit entstanden ist.

-> In der Bank, wenn Sie in der Schlange vor dem Kassenschalter stehen oder am Gürtel, wenn Sie auf der „falschen“ Spur fahren und neben Ihnen die Autos an Ihnen vorbei ziehen. Wenn Sie dann die Spur wechseln, können Sie sicher sein, kurz darauf wieder zu stehen. Es scheint ein ungeschriebenes Gesetz zu sein, dass sich die Fahr- und Standspuren abwechseln. Ein ständiger Wechsel der Spuren führt so meist zu insgesamt längerer Reisezeit.

-> Zur Grippezeit in der Apotheke, obwohl Sie genau wissen, was Sie brauchen und innerhalb von 2min wieder draußen sein könnten. Wenn nur nicht so viele mit Beratungsbedarf vor Ihnen wären.

-> Kurz entschlossen ins Kino und dann stehen da viele, die erst für eine spätere Vorstellung Karten kaufen wollen. Doch es gibt keine extra Kassa für „Ich bin zu spät dran, will aber da unbedingt noch rein.“

 

Das alles sind Situationen, in denen ich von vornherein damit rechne, eine gewisse Wartezeit zu haben.

Nicht jedoch, wenn ich einen Termin vereinbart habe.

Bei Ärzten mit gutem Zeitmanagement ist das sehr fein. Natürlich können auch da unvorhergesehene Notfälle eingeschoben werden. Wenn ich die Info erhalte und mich somit auf eine längere Wartezeit einstellen kann, ist das in Ordnung.

 

Die persönliche Grenze, wie viel Wartezeit akzeptabel ist, ist natürlich sehr unterschiedlich. Doch in einer Gesellschaft ist es nötig, eine gewisse Übereinstimmung zu haben. Zumeist klappt es auch ganz gut.

 

Tipp 1: Wenn Sie einen Termin mit einer Person vereinbaren, von der Sie schon wissen, dass Sie eine längere Wartezeit einplanen müssen, dann vermerken Sie das in Ihrem Kalender. So schaffen Sie sich einen zeitlichen Spielraum und kommen nicht in Bedrängnis.

Tipp 2: Mut zum Nein! Wenn Sie merken, dass es sich wiederholt und Ihre Zeit nicht wertgeschätzt wird, dürfen Sie auch die Grenze ziehen und sich mit dieser Person / diesen Personen nicht mehr verabreden.

Tipp 3: Unterschiedliche Zeiten vereinbaren. Ich mache es so mit einer Freundin, die immer überpünktlich (meist 15min früher) beim Treffpunkt ist. Wir tragen uns unterschiedliche Zeiten im Kalender ein und kommen dann in etwa zur selben Zeit an.

 

Wie ist Ihr persönlicher Umgang mit Zeit?

Nutzen Sie für Ihre Schilderung die Kommentarfunktion.

Ich freue mich über weitere (bewährte oder auch wieder verworfene) Tipps.