Gedankenspiralen auflösen

Manche Tage beginnen einfach komisch. Ich wache auf und fühle mich ein bisschen abgehoben, nicht gut geerdet. Ich beginne mit meiner Routine: Frühstück kochen, dazwischen duschen und Zähne putzen, dann essen und E-Mails abrufen, Nachrichten anschauen, anziehen und Tasche packen.

Wenn ich Zeit habe, schiebe ich dazwischen ein Training ein, um mich besser zu spüren und wieder mehr Achtsamkeit für mich zu entwickeln. Gerade war so ein Tag, an dem ich meine Emotionen nicht verstehe und mich aus dem Gleichgewicht geraten fühle. Dann ist es wichtig, möglichst schnell die Balance wieder herzustellen.

Oft ertappe ich mich dann dabei, dass ich mich selbst viel zu sehr beschränke. Alte Muster leben auf und ich verhalte mich wie in früheren, einengenden Situationen. Meine Gedanken rotieren in den bekannten Bahnen und ich fühle mich unfähig, klein, ungeliebt, benutzt, unverstanden.

Wenn ich mich so abgehoben fühle, ist eine Shiatsu-Behandlung für mich eine gute Möglichkeit, wieder in Balance zu kommen. Durch den zielgerichteten und regelmäßigen Druck, die durchgeführten Dehnungen und vor allem die Auszeit bekomme ich wieder intensiven Kontakt zu mir und meinen Bedürfnissen. Ich sehe das als Chance, mir selbst zu begegnen und dennoch in Kontakt mit einer anderen Person zu sein. Sehr oft merke ich am Ende der Behandlung, dass sich Gedankenspiralen aufgelöst haben und ich wieder in größeren Zusammenhängen denken kann als ich gedacht habe.

Nun habe ich entdeckt, dass der Rahmen oft schon viel größer ist als ich ihn selbst wahrnehme. Durch regelmäßiges Selbstcoaching und begleitende Selbsterfahrung habe ich mich verändert und merke das bei neuen Begegnungen auch. Viele der eingespielten Beziehungen laufen jedoch unbeirrt so weiter wie bisher. Da braucht es dann mehr Aufmerksamkeit und auch Klarheit, um ein Muster zu durchbrechen. Und es braucht auch die Bereitschaft, unangenehme Situationen auszuhalten.

Was mir hilft, meine Gedankenspiralen aufzulösen:

  • Innerlich oder – je nach Umgebung – auch laut STOP sagen
  • Situation auf der Metaebene betrachten
  • Mögliche frühere andere Denk- und Handlungsalternativen erinnern und überprüfen, ob sie auch jetzt anwendbar sind
  • Wenn ja: TUN
  • Wenn nein: Akzeptieren, dass mir gerade nichts einfällt und die Situation später in ruhiger Atmosphäre reflektieren

 

Welche Erfahrungen haben Sie mit Gedankenspiralen?