In meiner Jugend hörte ich oft, dass der Beruf im Idealfall auch gleich eine Berufung ist. In den letzten 20 Jahren hat sich das Bild ziemlich gewandelt und manche sind froh, überhaupt einen Arbeitsplatz zu haben. Von Freude ist da oft nicht mehr viel zu spüren oder zu sehen.

Dennoch sehen viele in ihrem Beruf eine sinnvolle und persönlich bereichernde Aufgabe. Gerade im psychosozialen Bereich wird der Graubereich zwischen Engagement und Abgrenzung oft vernachlässigt.

Der Begriff burnout bezeichnet einen für die Betroffenen sehr ernsten Zustand. Die Tatsache, dass jemand vorher für seine Aufgabe gebrannt hat, bevor er ausgebrannt ist, tröstet da nur wenig. Es ist meist nur ein kleiner Schritt, der dann die Situation zum eskalieren bringt.

Doch wie kann Begeisterung, Freude an der Arbeit und Engagement gelebt werden, ohne die Grenze zu überschreiten?

Eine gute Balance zwischen Berufsleben und Privatbereich ist ein wichtiger Teil der Prävention. Frühzeitig auf Signale wie Überforderung, Gereiztheit, Gleichgültigkeit reagieren, kann eine Notbremsung darstellen.

Wenn es dennoch bereits zum burnout geführt hat, ist der Weg zurück in die Arbeitsfähigkeit oft nur mit professioneller Unterstützung zu bewältigen. Die Akzeptanz, nicht mehr so wie früher zu funktionieren, fällt den meisten Betroffenen sehr schwer. „Es muss doch gehen.“ – „Stell dich nicht so an.“ – „Was ist denn nur mit dir los?“ sind nur einige der Selbstvorwürfe, die dann ausgesprochen werden.

In der Arbeit mit Betroffenen fällt mir besonders ein Aspekt immer wieder auf: Meist wird die Schuld bei der Mitarbeiterin / beim Mitarbeiter selbst gesucht. Diese/r wird dann auf Kur geschickt, in eine andere Abteilung versetzt … aber im Unternehmen selbst ändert sich nichts.

Einige Unternehmen sehen es bereits als ihre Aufgabe, die Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass auch früher überforderte MitarbeiterInnen ein Klima vorfinden, in dem sie wieder in ihrem Tempo in den Arbeitsprozess einsteigen können.

 

 

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Burn oder burnout? Oft nur ein kleiner Schritt!
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