Vor einigen Jahren habe ich Tickets für die Musicals „König der Löwen“ und „Tarzan“ in Hamburg gekauft. Ich stellte mir vor, dass die Veranstaltungshalle sehr groß sein würde. Um auch wirklich alles zu sehen, wollte ich ein Fernglas mitnehmen.

Ich bestellte also eines über den Versandhandel und hatte kurz darauf einen sehr schweren Karton in Händen. Das gute Ding wog mehr als 1kg und war nicht gerade als Handgepäck für einen Abend im Musical geeignet.

Dennoch: Es ging mit auf die Reise und kam gut in Hamburg an. Am Abend packte ich meine Tasche, ließ jedoch das Fernglas im Hotel zurück. Die Musicals waren fantastisch und auch ohne Fernglas hatte ich eine sehr gute Sicht auf die Bühne.

Heute habe ich das Fernglas in meinem Kasten wieder entdeckt. Es ist noch in der Originalverpackung und hat nie die weite Landschaft gesehen.

Da überlege ich mir wieder:

Wie weit will ich sehen?
Muss ich wirklich alles im Blick haben?
Was ist, wenn mir etwas entgeht?

Auf den Alltag angewandt, finde ich es oft sogar entspannend, nicht alles wahrnehmen zu müssen. Viel zu viele Eindrücke prasseln im Lauf des Tages auf mich ein. Da tut es manchmal sehr gut, mich auf das nähere Umfeld zu beschränken.

Und meine Ausgangsfrage „Besser sehen mit dem Fernglas?“ kann ich dann getrost beantworten: Wichtig ist das nahe liegende im Detail zu sehen und das große Ganze im Hintergrund gerne verschwommen zu lassen. Scharf wird es, sobald es näher kommt – und dann beschäftige ich mich gerne damit.

Das Leben bringt ständig Veränderung und mit etwas Achtsamkeit beschäftige ich mich genau zum richtigen Zeitpunkt mit den nächsten Aufgaben.

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Besser sehen mit dem Fernglas?
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