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Kennen Sie die Aussage „außen hui – innen pfui“? Ich habe sie von meiner Großmutter bereits gehört, als ich noch ein kleines Mädchen war. Gemeint hat sie damit den Zustand meines Zimmers, das ich oberflächlich aufgeräumt hatte.

Wenn es schnell gehen musste, verschwanden die herumliegenden Spielsachen und Puzzlekartons einfach in den Kästen – wild durcheinander gewürfelt und Türen zu.

Diesen Spruch hörte ich jedoch auch oft mit abschätzigem Blick auf Personen, die „aufgetakelt“ in der Stadt herum spazierten und den Ruf hatten, den Haushalt zu vernachlässigen.

Als ich mich mit meinem Verhalten im Alltag und meinen zurück gehaltenen Emotionen beschäftigte, fiel mir diese Aussage wieder ein. Wie oft habe ich auf die Frage, wie es mir gehe, mit lächeln „Danke, sehr gut!“ geantwortet! Und gehofft, dass jemand hinter die Fassade blickt und erkennt, dass es nicht stimmt. Doch die Fassade war gut aufgebaut und stabil. Nur sehr wenige hatten die Möglichkeit, über die kurz hinunter gelassene Zugbrücke zu mir durchzudringen.

Ich bin sehr dankbar für meine Ausbildungen und die Begleitung in der Selbsterfahrung und Supervision. Durch diese sicheren Orte konnte ich mich langsam darauf einlassen, mich so zu zeigen, wie ich bin. Nämlich authentisch mit einer breiten Palette an Verhaltensweisen, Emotionen, Werten, Eigenschaften. So näherten sich Selbst- und Fremdbild immer mehr an.

Diese eigene Erfahrung schätze ich sehr in meiner Arbeit mit Personen in Veränderungssituationen. Ich weiß: Da kommen manchmal ziemlich heftige Stürme auf und der Regen peitscht einem ins Gesicht. Vieles erscheint unsicher und bedrohlich. Das Alte ist bereits weit weg und das Neue noch nicht da. Wohin führt der nächste Schritt? Trägt der Boden? Darf ich mich anderen mit allem, was mich beschäftigt, zumuten?

Ich sage ganz klar: Ja! Das ist das Leben und es ist reich an Erfahrungen, Erlebnissen und Begegnungen.

Jetzt ist die Zeit – vielleicht auch für Sie, die Aussage „außen hui – innen pfui“ über Bord zu werfen und mit den Worten von Gloria Gaynor zu sagen: „I am what I am and what I am needs no excuses“

 

 

außen hui – innen pfui ?
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